Hausmarken

Bei der Suche unserer Vorfahren sind wir mit der Zeit auf alte Hausmarken gestoßen. Die Hausmarken und deren verwandte Zeichen im Raume Trier - Koblenz sind von Herrn Georg Jakob Meyer in mehreren Büchern im Jahre 1961 veröffentlicht worden. Als kurze Einführung in den Begriff der Hausmarken und deren Enstehung zitiere wir hier das Vorwort aus dem Buch von Herrn Meyer.

Hausmarken und verwandte Zeichen im Raume Trier - Koblenz.

Es sind etwa 100 Jahre her, seit der Erforscher des deutschen Hausmarkenwesens, Professor Homeyer, die Ergebnisse seiner umfangreichen und tiefgründigen Forschung der Öffentlichkeit übergeben hat. Aus allen deutschen Gauen hat er Belege angeführt, mit denen er seine Erkenntnisse beweist. Der Trier-Koblenzer Raum, in dem auch heute noch sehr viele Hausmarken bekannt sind, ist bei diesen Nennungen recht kurz gekommen. Lediglich die Gehöferschaftszeichen des Hunsrücks sind dabei erwähnt worden, aber nicht mit der Bedeutung, die ihnen auf Grund ihrer großen Zahl zukam. Auch die Hausmarkensammlung aus der Zeit 1933-39, die von Herrn Ruppel durchgeführt wurde hat sehr wenig Zeichen aus dem moselländischen Raum gebracht.
In der hier vorliegenden Hausmarkensammlung sind die Landschaften im Raume Trier-Koblenz bearbeitet und etwa 10 000 Zeichen wiedergegeben worden, die der Bearbeiter selbst in den einzelnen Orten aufgenommen oder durch Umfrage festgestellt hat. Mit einbegriffen wurden verwandte Zeichen, wie Steinmetzzeichen, Handwerkerzeichen auf Haustüren, bürgerliche Wappen, Siegelmarken, Handelsmarken und Steinzeichen.

Als Fundorte für Hausmarken mögen angegeben werden:
1. Gehöferschaften auf dem dem Hunsrück. Diese Marken sind in Holzwürfel eingeritzt oder auf auf Pergamentblättchen aufgemalt und dienen bei Gemaindeverlosungen (Holz oder Land) als Loszeichen. Auch heute wird noch in etwa 25 Gemeinden des Hunsrücks die Gemeindeverlosung mit Hilfe der Gehöferschaftszeichen durchgeführt. In dieser vorliegenden Sammlung sind ungefähr 5000 Loszeichen wiedergegeben.

2. Kirchenbücher. Eine reiche Fundgrube für Hausmarken sind die Kirchenbücher. Die kirchenamtlichen Urkunden (Taufe, Heirat) mußten mit dem Unterschriftzeichen der Zeugen versehen werden. Da nun die größte Mehrzahl der Zeugen "des Schreibens unerfahren" waren, mußten sie mit ihrer Hausmarke oder einem Handzeichen (ein Kreuzchen) unterschreiben. Etwa bis 1800 unterzeichnete man mit der Hausmarke; von da ab mit dem Namenszug.
3. Visitationsurkunden. Bei Visitation der Pfarrei durch den Bischof mußten die Kirchenschöffen das Visitationsprotokoll unterschreiben, was meistens mit dem hinzeichnen der Hausmarke geschah.

4. Schuldbücher der Pfarrei.

5. Gerichtsbücher

6. Bruderschaftsbücher

7. Kornborglisten. Im Jahre 1771 war eine große Getreidemißernte und der Kurfürst von Trier ließ aus anderen Ländern Getreide einführen und leihweise an die notleidenden Bauern verteilen. Den Empfang des geborgeten Getreides bescheinigten die Bauern durch unterzeichnen der Borgliste mit ihrem Hauszeichen. Diese Kornborglisten sind in der Stadtbibliothek in Trier und im Staatsarchiv in Koblenz aufbewahrt.
8. Kauf = Pfandschaftsbriefe, die sich meist im Privatbesitz von Bauern befinden.

Alle Hausmarken, die in den vorgenannten Quellen gefunden wurden, wurden in einem eigenen Band zusammengestellt. Der zweite Band enthält die Hausmarken, die auf Haustürsteinen und Fenstersteinen, auf Wege- und Grabkreuzen und auf Grabplatten gefunden wurden. Sie wurden meist mit einem Teil der Umgebung wiedergegeben, damit der Betrachter sich ein rechtes Bild von der Größe und Ausführung machen kann. Die Reihenfolge der Aufzählung erfolgt nach Landschaften. a. Trier
b. Mittelmosel
c. Eifel (Kyllburg als eigener Teil)
d. Untermosel
e. Maifeld
Die Landschaften a, b, c sind als zwei Bände zusammengestellt worden während die Landschaften d, e einen weiteren Band bilden. Die Sammlung der Hausmarken im Bezirk Trier, die in den zwei ersten Bänden zusammengetragen sind, kann als geschlossenes gelten, während dem dritten Band, der Hausmarken im Bezirk Koblenz bringt, noch ein weiterer Band folgen wird.

Trier, 1 Januar 1961
Der Bearbeiter
Georg Jakob Meyer.

Hier endet der Auszug aus dem Buch von Georg Jakob Meyer. In den folgenden Verweisen sind die Auszüge aus den verschiedenen Bänden abgebildet die unsere Familiensuche betreffen und unsere nähere Umgebung.

Seite 41 aus Band Nummer 1 Seite 125 aus Band Nummer 1 Seite 129 aus Band Nummer 1
Seite 131 aus Band Nummer 1 Seite 133 aus Band Nummer 1 Seite 135 aus Band Nummer 1
Seite 136 aus Band Nummer 1 Seite 137 aus Band Nummer 1 Seite 138 aus Band Nummer 1
Seite 139 aus Band Nummer 1 Seite 162 aus Band Nummer 2 Seite XXX aus Band Nummer 2
Seite 107 aus Band Nummer 2 Seite 131 aus Band Nummer 2 Seite 134 aus Band Nummer 2
Seite 152 aus Band Nummer 2
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